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22. + 23. 09. 2018

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Gedanken zur Wintersonnenwende

Kategorien: Blog

Gedanken zur Wintersonnenwende

Wie jeder weiß ist die  Wintersonnenwende der Zeitpunkt im Jahr, da die Nacht am längsten ist, meist am 21.12.

In vergangenen Zeiten wurde diesem Ereignis sicher mehr Beachtung als heute geschenkt.
Wurden die Tage ab der Wintersonnenwende doch endlich länger und gleich einem Hoffnungsschimmer am Horizont konnten die Menschen innerlich Aufatmen.

In Island habe ich einen restaurierten Hof aus Grassoden besucht.

Gedanken zu Wintersonnwend- Eriks Hof auf Island

 

Es war mir bewusst, dass es zur damaligen Zeit noch keine Fenster aus Glas in diesen Breiten gegeben hat, doch hatte ich angenommen, dass die Menschen sich mit etwas Ähnlichem beholfen hätten.

Im Salzkammergut in Österreich habe ich z.B. Fenster aus Rohhaut gesehen.

Die Isländer aber hatten in jenen Tagen schlichtweg keine Fenster.
Wenn ich mir einen, bzw. jeden Winter unter solchen Bedingungen vorstelle, wie die Kaninchen im Bau hocken alle aufeinander und draußen herrscht mörderische Kälte, dann kann ich mir vorstellen wie sehr die Menschen sich diesen Tag herbeiwünschten.

Um dieser Sehnsucht, Erleichterung und Freude Ausdruck zu verleihen, ein Ventil zu geben, wurde dieser Tag dementsprechend gefeiert.
Nun ging es endlich wieder aufwärts. Die Kinder konnten sicher schon die Blumen und das Heu riechen oder träumten davon wieder Barfuß, einen Grashalm zwischen den Zähnen, durch die Wiesen zu rennen.

Heute ist das anders, wir haben es warm, haben viel Platz und in und ums Haus überall Licht.

Es ist schwierig geworden durchs dunkle Dorf zu schlendern, wie ich es als Kind so gerne tat.
Heute werde ich begleitet durch ein Klicken und den Aufschrei einer Lampe bei jeder Hausnummer.

Aber es ist schön Fenster zu haben, es ist schön Licht zu haben und es ist schön es warm zu haben.

Nur nicht zu viel, denke ich oder wie es so schön heißt: weniger ist oft mehr.

Mir wurde einmal gesagt: „das Dunkel ist des Lichtes Sein“ und je öfter ich mir diesen Satz durch den Kopf gehen lasse, desto mehr gewinnt er an Bedeutung.

Gebiert nicht der Winter den Frühling, die Erde die Pflanzen, der dunkle Schoß das Kind, die Nacht die gesuchte Idee?

Trügerisch legt am Tage sich Licht und Lärm über das Sein.

Stille sei, wenn des Tages Antlitz schwindet!

Ungestört und ungewahr die Welten dann im Dunkel liegen,

wahrhaftig wie zum Anbeginn der Zeit.

Dunkel, still und fern jeder Berührung.

So scheint mir das Licht gleich einem Ergebnis aus dem Dunkel und das gibt mir eine Ahnung von der Wichtigkeit des Dunkels.

Ich kenne des Dunkels wohltuende Kraft, wenn ich meditiere, wenn ich Reise, wenn ich die Augen schließe und mich entspanne.

Wie wohltuend es ist sich von Zeit zu Zeit mal einen Besuch abzustatten.

Vom Gefühl her ähnlich, wenn ich früher den Fernseher endlich ausgemacht hatte und bemerkte wie plötzlich,
begleitet durch das knistern der Bildröhre, die Welt wieder in Erscheinung trat.

Was für Ergebnisse können wir erwarten, wenn wir das Dunkel vertreiben?
Wenn wir uns der Nacht, dem Traum, der Stille, der Innenschau nicht mehr hingeben und es gar verlernen?

Ablenkung durch Licht und Ton von Dunkel und Stille – von uns?

Alles was ist, ist lebendig wissen wir im Schamanismus und wer will bestreiten, dass es die Erde auch ist.

In der längsten Nacht fängt vielleicht ein Funken tief in ihrem Inneren an zu wachsen, der letztlich den Frühling gebiert.

Schamanismus ist auch Bewusstheit, wie sonst könnten wir die unendlich zarten Stimmen der Geister vernehmen und Zeremonien sind sehr gute Hilfsmittel sich Dinge bewusst zu machen.

Deshalb stehen wir im Dunkel um ein Feuer, dass nicht brennt, lauschen dem Wind, spüren seine sanfte Berührung auf der Haut und warten.
Warten, dass wir still werden und eins werden mit dem größten aller Geheimnisse, dass wir sowieso nie ergründen und es deshalb gar nicht erst versuchen.

Dann kommen sie….., die Lichtbringer!

Sie bringen Licht, Wärme und Leben, welches immer aus der Dunkelheit kommt.

Nun wird das Feuer entzündet und glasige Augen blicken träumend in die Flammen, während die Trommeln der Erde danken.

Euch allen eine stille und dunkle Zeit,

ein rauschendes Wintersonnenwende-Fest und

behutsame und besinnliche Tage der Schwangerschaft, die uns den Frühling bringt……..olaf

 

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Gedanken zur  Wintersonnenwende
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Gedanken zur Wintersonnenwende
Beschreibung
Gedanken zur Wintersonnenwende Wie jeder weiß ist die Wintersonnenwende der Zeitpunkt im Jahr, da die Nacht am längsten ist, meist am 21.12. In vergangenen Zeiten wurde diesem Ereignis sicher mehr Beachtung als heute geschenkt. Wurden die Tage doch endlich länger und gleich einem Hoffnungsschimmer am Horizont konnten die Menschen innerlich Aufatmen.
Autor
Autor:Olaf Bernhardt

Lehrer für Schamanismus seit 1993 Schamanische Praxis seit 1991. Zahlreiche Forschungsreisen; Buchautor “Spirits – Geister im Herzen” (2013, Arun-Verlag, Olaf Bernhardt mit Jennie Appel)

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