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Michael Harner (1929-2018) ist letzten Samstag, im Alter von 88 Jahren, gestorben.

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Geister rufen, ein wichtiger Aspekt im Schamanismus

Kategorien: Blog

Geister rufen

Geister rufen - Zeremonie am Wasser

 

Die Mittelwelt, die Welt in der wir leben, ist die Welt aller Möglichkeiten.
Eine Schule der Vielfalt, ein Tummelplatz der gelebten Ideen.

Von hier aus gibt es Wege zu (fast) allen anderen Welten, welche wir, die wir hier unsere Heimat haben, aus eigenem Antrieb, durch den eigenen Willen beschreiten können.
Um den Bewohnern anderer Welten den Weg zu uns möglich zu machen, bedarf es mindestens einer Einladung, doch können auch umfangreiche Rituale nötig sein.

Das „Geister rufen“ ist ein Teil jeglicher schamanischer Arbeit und essentiell für Gelingen und Sicherheit. Macht doch die Zusammenarbeit mit den Geistern den Schamanen zu dem was er ist.
Ein Mittler zwischen den Welten.

Diese unsere und vielen die einzig bekannte Welt kann nicht sein ohne die anderen. So wie ein Mensch nicht ist ohne Seele, Emotionen und Leben. So wie wir nicht nur eine Ansammlung von Sauerstoff, Kohlenstoff, Wasserstoff, Stickstoff etc. sind, ist es auch nicht die Welt.

Wissen ist auf vielen Ebenen vorhanden.
Unsere Zellen wissen, unsere Empfindungen wissen, unser Herz, unsere Seele, unser Verstand…. Wobei das Wissen unseres Verstandes am leichtesten in Worte zu fassen ist, da diese sein Werkzeug sind. Deshalb ist es schwer über diese Dinge zu sprechen und meist sind Kenntnisse außerhalb des Verstandes nur über den Weg des Erlebens zu vermitteln.

Die Beschreibung mit Worten stößt an ihre Grenzen, ist ungenügend, ja unzutreffend und gerät deshalb zu oft ins Unverständliche. Wir können nicht über Verstand oder Worte die Liebe ergründen, nicht die Trauer, nicht das Glück .

Deshalb müssen wir uns den Geistern durch eigenes tun nähern, die anderen Welten besuchen, die anderen Ebenen in und um uns selbst erfahren.

Auf allen Seminaren werden die Geister mehr als einmal gerufen und doch wird es nicht gelehrt.
Es ist etwas persönliches, etwas, das wächst – sich wandelndes und gedeihendes.

Natürlich gibt es beschriebene Rituale, Anleitungen zu verschiedenen Zeremonien, doch wurde dort immer etwas in den Verstand geholt, was dort eigentlich nichts zu suchen hat.

Das Rufen der Geister, das Vollziehen einer Zeremonie lässt sich nicht auswendig lernen, denn der weit wichtigere Teil der Handlung bleibt dem Verstand verborgen. Genauso wie dem Wort, der Kamera und dem Tonbandgerät, da dies ja alles Kreationen des Verstandes sind.

Mit anderen Worten: „um etwas über das Feuer zu erfahren musst Du Feuer werden“.

Für das „Geister rufen“ und die Gestaltung einer Zeremonie gibt es Vorschläge das Gerüst betreffend. Das betrifft in erster Linie die Schalter, die, sind sie einmal gesetzt, es uns leichter machen den richtigen Zustand zu erreichen. Außerdem gehören zu diesem Gerüst Handlungen, die unseren Schutz betreffen und zuletzt natürlich Handlungen und Instrumente die unseren Helfern wichtig sind, die sie mögen, die nötig sind damit unser Ruf zu ihnen durchdringt oder es ihnen möglich macht diesem zu folgen.

Um eine bessere Vorstellung von dem Gerüst zu bekommen folgen nun stichwortartig einige Handlungen die dazu gehören könnten:
Reinigen und Räuchern; einen Kreis ziehen; Singen, Tanzen, Rasseln; sich Vorstellen, die Intension formulieren, Danken,Verabschieden; Kerze entzünden, Feuer machen, Geschenke; Erden, zentrieren, Trance/ Ekstase; usw.

Die Essenz bildet aber der Ausdruck unseres Wesens, unser Herz, unsere Kraft, wobei diese gespeist werden aus Liebe, Trauer, Schmerz, Sehnsucht etc.
Alles Eigenschaften, welche wir vergeblich im Verstand suchen werden.

Deshalb ist die Wahl der Worte, das fehlerfreie Rezitieren, die geschmackvollen Utensilien unwichtig und eher kontraproduktiv.

Nicht selten werden aber auch wir gerufen, manchmal herantastend,Geister rufen - Daydreaming_Gentleman manchmal drängend. In unseren Träumen, an einem Ort der Kraft oder der richtigen Zeit.

Meist sind wir schon im richtigen Zustand, da wir ihren Ruf sonst nicht vernehmen würden und wenn wir unsere Angst und unseren Zweifel hinter uns lassen können, steht dem Kontakt und der Erfahrung nichts mehr im Wege. In den meisten Fällen reicht es inne zu halten und ihnen unsere Aufmerksamkeit zu schenken. So wie es ist wenn uns im Alltag jemand anspricht, wir wenden uns der Person zu und schenken ihr unsere Aufmerksamkeit. Sollten es uns unbekannte Wesenheiten sein, die uns rufen, ist es ratsam wenn wir zuvor unsere Geister rufen. Das verleiht uns den nötigen Schutz.

Oft ist es ein bestimmter Ton, eine Melodie, ein Gesang mit dem sie rufen und meist reicht es, diesem Ton/ dieser Melodie zu folgen um sie zu treffen. Doch ist es gut, wenn es überschaubar bleibt, da wir sonst keinen Schalter kreieren können und wir unsere Aufmerksamkeit bei jedem auch nur ähnlich klingenden der Welt der Geister zuwenden. Stellen wir uns nur vor, wir würden bei jedem piepsen einer Ladenkasse oder einer Espresso – Maschine unseren Körper verlassen.

Es gehört zur schamanischen Disziplin, stets die Möglichkeit zur freien Entscheidung zu behalten.

Uns und unsere Hilfsgeister verbindet eine Art Vertrag zur gemeinsamen Unterstützung und Zusammenarbeit. So sind all ihre Informationen und Botschaften stets als Vorschlag zu werten.
Was nicht heißt, dass ich nicht hier und da mal meinen inneren Schweinehund überwinden muss. Bei bestimmten Übungen z.B., die es erfordern zu Fasten, wach zu bleiben oder an einem Ort auszuharren. Diese Sachen dienen meiner Entwicklung oder dem Heil-Werden und ich wäre ziemlich verstockt, an derlei kein Interesse zu haben.

Auch habe ich es noch nie erlebt, dass meine Helfer irgend eine Gegenleistung gefordert hätten.
Meine Gegenleistung, wenn man es so nennen mag besteht in meiner freiwilligen Zusammenarbeit mit ihnen.

 

 

 

 

 

 

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Geister rufen
Artikel
Geister rufen
Beschreibung
Das Rufen der Geister ist etwas Persönliches, etwas das über Verstand und Worte hinaus geht. Aber auch wir werden von ihnen gerufen und sollten dabei stets darauf achten, dass wir stets Raum für unsere freie Entscheidung haben.
Autor
Autor:Olaf Bernhardt

Lehrer für Schamanismus seit 1993 Schamanische Praxis seit 1991. Zahlreiche Forschungsreisen; Buchautor “Spirits – Geister im Herzen” (2013, Arun-Verlag, Olaf Bernhardt mit Jennie Appel)

3 Responses to "Geister rufen, ein wichtiger Aspekt im Schamanismus"

  1. anca Erstellt am 3. April 2015 um 8:00

    Das Geister rufen und deren Ruf an uns, empfinde ich als einen sehr starken Kraftakt zwischen den Welten…es ist die Voraussetzung,dass eine Berührung und Austausch bewusst stattfinden kann.
    Am Anfang, war es gut eine Form des Geister Rufen zu haben die ich nachahmen konnte und die mir geholfen hat, den gewünschten Zustand für die ersten Reisen zu erreichen. Danach, mit jeder schamanischen Reise, mit jeder Grenzüberschreitung der Welten, mit jedem Seminar und jeder Zeremonie, änderte sich meine Beziehung zu den Geistern und auch deren Beziehung zu mir. Wir wurden Vertraute und ich erkannte mehr und mehr, dass die Welten ineinander wirken. Mit diesen Verständnis, änderte sich auch das Geister Rufen-es wurde, wie Olaf sagt, etwas persönliches, das aus dem Herzen kommt.
    Die Geister rufen uns auch, oft durch intensive, lebhafte Träume. Sie bringen Visionen, initatische Botschaften und zeigen uns unsere Orte der Kraft, wo Welten und Realitäten sich treffen und manifestieren können, wenn die Zeit stimmt.
    Es ist wundervoll wie reich ein Menschenleben wird, wenn er in Kontakt mit dem Geisterwelt treten darf!

  2. Eckard Erstellt am 6. Juli 2015 um 21:16

    Hallo ihr lieben
    Dem kann ich nur zustimmen! Der persönliche Kontakt zu den spirits erfüllt eine kleine Menschenseele mit dem heiligen,dem unendlichen. Manchmal sehr anstrengend für den schamanen selbst, denn er wird sein Erlebnis nie in passende Worte kleiden können, um es 1zu1 weiter zugeben an seine Umwelt! Vielleicht gut so. Darum gebe ich nur genau das wieder was meine spirts mir gesagt haben. Passt immer!!! Die schamanen dieser Welt sehe ich mittlerweile als letzte bastion zum Schutz unserer heiligen Mutter Erde an. Darum ist es so wichtig den Kontakt zu seinen Helfern aus der anderswelt zu hegen u. zu pflegen! Es ist ein Stück aus dem Nirwana, Himmel, Paradies, den ewigen Jagdgründen?? Der einzigen selbst erlebenden Wahrheit unseres Seins!!
    Lieben Gruß Eckard
    Hoo

  3. Nicole Schulze Erstellt am 20. August 2015 um 11:11

    Ich wollte einfach auch einmal meine Erfahrungen mit den Geistern schildern, ich hatte schon ein Jahr eine Ausbildung in Witten in einem Institut hinter mir, als ich Olaf kennenlernte und bei ihm das Basisseminar in Frankfurt gemacht habe. Es war einfach überwäligend, wie einfach es plötzlich für mich war die Geister zu treffen, ihnen Fragen zu stellen und mich so sehr mit ihnen verbunden zu fühlen.
    Erst mit Olaf und dem Basisseminar habe ich mich wirklich wiedergefunden in der geistigen Welt und als Schamanin.
    Olaf hat mich da sehr einfach und liebevoll hingeführt und alle anderen ebenso, es gab eigentlich keinen der dort nicht seine Geister treffen konnte obwohl es für einige ganz neu war.
    Am Anfang brauchte ich eine Form, wie ich es gestalten konnte, dass hatte mir bei meiner ersten Ausbildung sehr gefehlt, auch das Trommeln kam nur von dem Band, war einfach nicht so intensiv, bei Olaf konnte ich selber trommeln und mich so nach und nach an alles rantasten. Heute habe ich meinen eigenen Zugang zu den Geistern und es ist toll, diese Verbindung immer zu spüren, ich bin meinen eigenen Weg gegangen, habe alle Seminare besucht und ein mehrer Intensiv Seminare in Norwegen und Rumänien.
    Hat man erst einmal Kontakt zu den Geistern führen sie einen und sie haben immer eine Antwort, einfach auf alles.
    Ich habe festgestellt, dass ich Menschen damit helften kann, dass ich Fragen, die Menschen schon lange haben mit Hilfe der Geister beantworten kann oder die Geister sagen mir, was ich sonst für diesen Menschen tun kann, dies ist eine sehr befriedigende Arbeit.
    Olaf ist ein sehr guter Lehrer, der nie der große Guru war und dir immer sagen musste, was und wie du etwas zu tun hast. Er hat mich immer selber herausfinden lassen, wie ich mit Dingen umgehe, wie ich sie praktiziere mit Hilfe der Geister.
    Vielen Dank auch für Rumänien, auch das war mal wieder eine große Herausforderung und intensive Reise zu mir selber mit Hilfe der Geister, die dort vor Ort einfach nocheinmal ganz anders sind.
    Liebe Grüß Nicole

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